Notar in Görlitz 
 RICHARD BÖTTGER 


Vererben

Das Grundgesetz garantiert die Testierfreiheit: Durch Testament oder Erbvertrag kann jeder selbst bestimmen, wer sein Vermögen im Todesfall erhält. Dabei muss sich der Erblasser nicht an die gesetz­liche Erbfolge halten. Er kann zum Beispiel mit ihm nicht ver­wandte Personen als Erben einsetzen, die gesetzlichen Erbteile abändern und Vermächt­nisse oder Testaments­voll­streckung anordnen. Diese Regelungen können durch Testament oder Erb­vertrag getroffen werden.

Alle erbfolgerelevanten Urkunden werden bis Ende 2011 in den Testaments­ver­zeichnissen der Standesämter und ab 2012 im Zentralen Testaments­register der Bundes­notarkammer (ZTR) registriert. Dadurch wird im Sterbe­fall gewährleistet, dass die Urkunde im Nachlass­verfahren berück­sichtigt wird. Dadurch wird verfahrens­rechtlich gesichert, dass der in einer notariellen Urkunde dokumen­tierte letzte Wille in die Tat umgesetzt wird.


Formen von letztwillige Verfügungen

Testament.

Das Testament kann als Einzeltestament oder - von Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner - als gemeinschaftliches Testament errichtet werden. Obwohl ein Testament auch eigenhändig - als ganz handschriftlich - verfasst werden kann, ist notarielle Beratung und Vorbereitung und dessen Beurkundung dringend zu empfehlen: Eigenhändig errichtete Testamente enthalten nicht selten Unklarheiten oder Fehler, die später Anlass zu Streit geben. Auch andere Vorsorgeinstrumente wie Vollmachten, Pflichtteilsansprüche und viele weitere Aspekte müssen bei der Gestaltung einer Verfügung von Todes wegen beachtet werden. Diese wenigen Beispiele verdeutlichen die juristische Komplexität des Themas. Darüber hinaus ersetzt das notarielle Testament den späteren Erbschein und kann daher sogar Geld und Zeit sparen.


Erbvertrag.

Der Erbvertrag ist eine in Vertragsform errichtete Verfügung von Todes wegen, an der mindestens zwei Vertrags­partner beteiligt sind. Er ist beur­kundungs­bedürftig. Anders als beim gemeinschaftlichen Testament können auch nicht mit­einander verheiratete Personen einen Erb­vertrag schließen. Der Erb­vertrag ist im Vergleich zu notariellen gemein­schaftlichen Testamenten kosten­günstiger, da er nicht in die besondere amtliche Verwahrung des Nach­lassgerichts genommen werden muss.

Die in einem Erbvertrag getroffenen Verfügungen von Todes wegen können grundsätzlich nur mit Zustimmung beider Vertrags­partner geändert werden, nach dem Tode eines Vertrags­partners überhaupt nicht mehr. Diese Bindung ist in vielen Fällen ein sinn­volles Mittel, den Nach­lass im Sinne des zuerst Ver­sterbenden zu steuern. In einem Erbvertrag kann aber in weitem Umfang auch eine spätere einseitige Änderung der Ver­fügungen vorgesehen werden, sofern eine Bindungs­wirkung gerade nicht gewollt ist. Der Erb­vertrag ist also ein äußerst flexibles und individuelles Instrument, mit dem die Erbfolge optimal an die Wünsche der Erblasser angepasst werden kann.



Gestaltungs­instrumente

Neben der Erbein­setzung gibt es eine Vielzahl von Gestaltungs­instrumenten. Diese kombinieren wir Notare in unserer Beratungs- und Gestaltungs­praxis in der Weise, dass Ihrem letzten Willen zu optimaler und rechtssicherer Geltung verholfen wird.


Vermächtnis.

Sollen bestimmte Personen nicht Erbe werden, sondern beispielsweise nur einzelne Gegen­stände aus dem Nach­lass erhalten, können Sie bezüglich dieser Gegen­stände ein Vermächtnis anordnen. Der vermachte Gegen­stand geht nicht sofort mit dem Ihrem Tod in das Eigentum des Bedachten über. Vielmehr muss der Erbe dem Bedachten den Gegenstand herausgeben.


Testaments­vollstreckung.

Sie können durch Verfügung von Todes wegen Testaments­vollstreckung anordnen. Wenn nichts anderes bestimmt wird, hat der Testaments­voll­strecker unter anderem die Aufgabe, den Nachlass in Besitz zu nehmen, Ihre letzt­willigen Verfügungen zur Aus­­führung zu bringen und bei einer Erben­gemeinschaft ggf. die Auseinander­­setzung unter den Erben vorzunehmen. Die Anordnung einer Testaments­voll­streckung ist sinnvoll bei größeren Vermögen oder wenn zu erwarten ist, dass die Erben aufgrund von Minder­jährigkeit, Unerfahrenheit oder aus medizinischen Gründen mit der Verwaltung des Nachlasses überfordert wären.


Benennung eines Vormunds.

Die Eltern können für den Fall ihres Todes einen Vormund für ihr Kind benennen. Auch dies erfolgt durch Verfügung von Todes wegen.

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